Thursday, 17. february 2011
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10:12
Liebe Damen und vielleicht auch Herren, auf jeden Fall: liebe Frau Gräber BONITA,
Sie sehen ja echt ganz schnuckelig aus und ich finde es auch sehr nett, dass Sie sich persönlich an mich wenden, um mich als Teamleiterin oder Verkäuferin zu
gewinnen. Aber ich muß Ihnen doch entgegnen: Sach ma, gehts noch?
Wie stellen Sie sich das eigentlich vor? Ich hab keine Zeit in irgendeiner Modefiliale in Düsseldorf herumzulungern und irgendwelche Fummel zu verticken. Dann
verlangen Sie auch noch eine schriftliche Bewerbung von mir, als ob ich nichts anderes zu tun hätte, als einen dieser schmierigen Bittbriefe plus Zombiefoto zu schreiben. Eine ganz entscheidende
Sache fehlt in ihrem Anschreiben und ich kann mir nicht erklären, wie Sie das übersehen konnten. Das spricht nicht gerade für Ihre Professionalität, meine Gute.
Na, kommen Sie drauf? PATTE, MONETEN, MÄUSE.
Welches Schmerzensgeld sind Sie denn bereit mir zu zahlen, damit ich den Hampelmann mache? Und jetzt kommen Sie! Nix, hab ich mir doch gedacht. Schweigen im Walde.
Frau Bonita, so geht das einfach nicht, so kommen wir nicht zusammen. Mir einfach so eine Anzeige in den Postkasten zu husten und dann die stumme Heilige zu machen. Mit mir nicht, da könnt ja
jeder kommen. Das geht alles von meiner Zeit ab, wenn ich mich mit sowas beschäftigen muß.
Aber gut, ich bin ja nicht so, diesmal will ich noch ein Auge zudrücken ;-). Ich muß Sie dennoch energisch bitten von weiteren Belästigungen dieser Art Abstand zu
nehmen, sonst setzt es was. Das ist die gelbe Karte.
Schneidigst
Karl LaFong
Wednesday, 10. november 2010
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08:23
Ich weiß es nicht. Oder besser, huch, oh Gott, ich weiß es nicht. Panikschalter umlegen und um Nachhilfe bitten.
Das ist die Überschrift für einen aktuellen Yahoo-Artikel: Erschreckende Wissenslücken (ausgesprochen :ERRSCHRRRECKERNDE
WIRRSSENSLÜRCKEN)
Ich habe eine erschreckende Zahnlücke aber die wird bald gefüllt. Eine Zahnlücke, die mich erschrecken sollte. So mein Zahnarzt. Weil sonst, ja, weil sonst der
obere Zahn sich in die Lücke drängen wird und dann? Dann explodiert mein Gebiss oder so ähnlich (Wie haben es es eigentlich unsere Vorfahren geschafft, ohne die Rundum-Prothetik?) Mein
Zahnarzt hat es geschafft, mich mit seinem dramatischen Spiel zu rühren: ich werde mir diese Lücke füllen lassen, denn explodieren will ich nicht oder noch nicht.
Ist es erstrebenwert all seine Wissenslücken zu füllen? Werden wir krank oder explodieren gar, wenn wir nicht alles wissen? Ist alles, was da ist, wert gewußt zu
werden? Wer entscheidet das? Wenn wir alles wüßten, wo bliebe denn da Kreativität, Abenteuer, Neugier, Spaß und Spiel?
Wäre es nicht wichtig neben den ganzen Memotechniken auch Amnesietechniken zu beherschen?
Ich habe da wohl einige WIRSENGSlücken aber es gibt ja Wikipedia.
Wednesday, 11. august 2010
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08:18
Meine Freundin hat ein Problem. Sie muß morgens in aller Frühe aufstehen. Es ist einfach nicht ihre Zeit. Schon die Schule sei die reine Qual gewesen. Da steht
irgendein Schlumpf an der Tafel, der Raum strahlt neonhell und Mitarbeit ist gefragt. Was soll das? Wir wissen alle, was das soll: es geht in um Disziplin. Der junge Mensch soll schon früh
die Rhythmen der Industriegesellschaft lernen. Man steht früh auf, egal, ob es draußen dunkel ist, egal, ob man einen anderen Rhythmus hat. Egal. Erst kommt das Marmeladenbrot, dann die
Peitsche.
Jetzt ist die Schulzeit vorbei und sie hat wie jeder ordentliche Mensch einen Job. Sie muß um 7 Uhr aufstehen. Jetzt hab ich das Problem. Ich leide nicht unter dem
Morgenkoma. Ich könnte morgens sogar singen. Könnte, aber ich darfs nicht. Es wird als Verhöhnung verstanden, ich würde alle Menschen, die morgens leiden verspotten. So meine Freundin. Ich ziehe
also meine Mundwinkel mit Gewalt nach unten, gebe mich mufflig, grunze, obwohl ich sprechen, mich mitteilen möchte.
Für den Morgenzombie gibt es die Ballerbrühe. Von Jakobs Krönung oder von Georg Clooney. Den Kickstart für den Morgenhasser. Der Morgen müsste um 13.15 anfangen,
sagt meine Freundin immer.
Ist es eigentlich wirklich so schlimm, wenn man morgens nichts mitkriegt? Ist es wirklich ein Problem für die Firmen, für die Produktivität? Ich glaube jemand
mit Schlafkrankheit kann es in seiner Firma weit bringen. Er kann überall eingesetzt werden, wenn der Platz nur bequem ist. Er ist ungemein anpassungsfähig, wenn ihn nur niemand weckt. Er würde
weder nach Gehaltserhöhung noch nach Urlaub fragen, vielleicht mal nach einem neuen Kissen. Er mobbt niemanden und wird niemals an Burnout leiden.
Er könnte sich ganz nach oben schlafen.
von Lafong
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veröffentlicht in: Kopfwolle
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Friday, 11. june 2010
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08:59
Der Blog im neuen Gewand. Die Umbaumaßnahmen haben mich die letzte Zeit in Anspruch genommen. Die Kugeln oben rechts hinzuhängen und auch dafür zu sorgen,
dass sie da oben hängen bleiben ist filigra, ist schwer. Ich war im Baumarkt und hab nach den geeigneten Befestigungsdingern gesucht, Dübel, Kleber oder sonst was. Ich hab mit einem der
Mitarbeiter gesprochen. Es folgt ein Mitschnitt.
Mitarbeiter (guckt in der Gegend rum)
Ich (versuche mich in sein Blickfeld zu drängen)
Mitarbeiter (dreht sich weg)
Ich (tanze um ihn herum)
Mitarbeiter : Ich rufe die Polizei, wenn Sie nicht sofort aufhören mich zu belästigen.
Ich: Heutzutage noch gute Kunden zu finden ist schwer.
Mitarbeiter: Wem sagen Sie das.
Ich: Ich hätte da eine fachliche Frage.
Mitarbeiter: Das ist nicht mein Problem.
Ich: Da haben Sie Recht.
Der Mitarbeiter springt hinter seiner Theke hervor. Das Licht im Baumarkt erlöscht. Spot an. Der Mitarbeiter steht im Scheinwerferlicht. Ein Mikro fliegt von
irgendwoher in den Lichtkegel. Der Mitarbeiter fängt es unglaublich lässig und rappt.
Kunden und auch Innen
Macht Euch schnell von hinnen.
Bohrer, Leisten, Dübel,
wo sind Blumenkübel?
Gibs auch dicke Pinsel?
ICH WILL AUF NE INSEL.
Fragen über Fragen,
tut ihr an mich tragen.
Niemals gebt ihr Ruhe!
Seht ihr meine Schuhe?
Sind gemacht zum Gehen.
Tschüss, auf Wiedersehen!
Das Licht geht wieder an, der Mitarbeiter ist verschwunden. Verhaltener Applaus. Hauptsächlich von den anderen Mitarbeitern. Einzelne verlegene Kunden gehen auf die
verbliebenen Mitarbeiter zu und versuchen sich zu entschuldigen, bieten Geld und Kekse an.
Es gab ähnliche Vorfälle in anderen Baumärkten. Also nochmal, es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat.
von Lafong
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Wednesday, 21. april 2010
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21:54
Meine Lieben,
ich lausche der neuen(?) CD von den Fehlfarben "Glücksmaschinen" und ich fühle mich wieder 14 dummglücklich mit prallen Eiern, fein. Brünette, Blonde und die
Schwarzen aus Quick Praline und Neuer Revue wollen meinen Joghurt haben und jetzt nur noch zwei Stunden Gechichte und ich kann nach Hause, losballern und nach 2 Minuten: losballern und nach 2
Minuten wieder losballern...
Manchmal stelle ich mir vor, all die kleinen wieselflinken Gesellen hätten Eier gefunden oweia, hitlerähnliche Allmachgefühle
Aber jetzt was ganz anderes: ich hab heute am Himmel ein kleines glühendes Objekt gesehen. Ich weiß, was das war. Eine spezielle Gesellschaftsschicht hat unseren
Planeten schon lange verlassen. Sie sitzen in einer Marsstadt am Pool schauen auf eine hübsche artifizielle Gartenanlage und wollen unbedingt dinieren. Aber und jetzt kommt das Problem: die
Serviettenringe sind ausgegangen. Also startet von den Erde eine Rakete, um Nachschub zu bringen.
Du sitzt am Pool,
denn du bist Cool
der Arsch von Knack
du bist auf Zack,
das Phon von Ei
jetzt wirst du Hei
und jetzt
jetzt ists vorbei
von Lafong
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